Tellus
In der römischen Mythologie war „Tellus“ die Göttin der nährenden Erde, die Mutter aller Dinge, die aus dem Boden sprießen. Diese Skulptur verkörpert diese Urkraft in einer Weise, die fast physisch spürbar ist. Mit ihrer massiven Präsenz und der tiefen, erdigen Tönung des Holzes wirkt sie wie ein Fundstück aus einer Zeit, in der Mensch und Natur noch eine unauflösliche Einheit bildeten.
Daniel Bucur verzichtet hier auf überflüssige Verspieltheit und setzt stattdessen auf die Wucht des Materials. Die Form ist schwer, geerdet und strahlt eine unerschütterliche Ruhe aus. „Tellus“ erinnert uns daran, dass jedes Holz, egal wie kunstvoll es bearbeitet wurde, seinen Ursprung in der dunklen, fruchtbaren Erde hat. Die Skulptur fungiert als Ankerpunkt im Raum – sie erdet die Umgebung und schenkt dem Betrachter ein Gefühl von Beständigkeit und Sicherheit. In der flüchtigen Welt des Reisens ist „Tellus“ ein Denkmal für das Bleibende, ein hölzernes Versprechen von Fruchtbarkeit und ewiger Erneuerung.